Bunker Schanzenpark

Foto: Cedric Flege

STADTTEILENTWICKLUNG

 

Der Kilimanschanzo – Klettern für den Schanzenpark

Die Schanze ist seit Jahrzenten bekannt als Kneipenviertel, für alternative Lebensstile und für die Rote Flora. Doch abgesehen davon gehört auch der Schanzenpark zum Teil des bunten Viertellebens dazu. Schlendert man durch diesen grünen Streifen, geht man vorbei an einem Skateareal, sich sonnenden Anwohnern, einer Fußballanlage und dann erblickt man einen alten Bunker. Dieser mächtige Betonklotz, vollgesprayt mit Grafitti, entzieht sich den Blicken der Passanten von der Hauptstraße aus. Selbst innerhalb des Parks nicht sofort zu entdecken, wurde dieser hinter Büschen und Bäumen versteckt. So fand der vermeintliche Fremdkörper durch eine kulturelle Nutzung eine neue Daseinsberechtigung und wurde somit an die Umgebung des Parks angepasst.

 

Hier findet man Johannes Boden. Dieser rückt gerade einem kleinen Jungen den Helm zurecht, der es kaum erwarten kann, den Kilimanschanzo zu erklimmen. Der namensgleiche Kletterverein (Kilimanschanzo e.V.) hat sich sich bereits vor 18 Jahren am Bunker angesiedelt. Innen (noch) ungenutzt ist der Bunker außen längst zu einem Spielplatz für Kletterfreunde umfunktioniert. Johannes Boden (Vorsitzender) und Tobias Wölky (Jugendwart und Pressesprecher) erzählen gemeinsam, was sie von anderen Klettervereinen unterscheidet: Während Johannes sich vor allem dafür begeistert, Kindern und Jugendlichen das Klettern zu vermitteln, betont Tobias, wie wichtig, insbesondere in der Gründungszeit, die Nutzung des Bunkers für die Wiederbelebung des Parks war.

Johannes Boden Kilimanschanzo e.V.

Foto: Cedric Flege

Bereits zur Gründung war klar, dass der „Kili“ zu einer Aufwertung des Parks beitragen soll. Die Ehrenamtlichen im Verein sehen ihre Anlage als ein Teil des Parks und fühlen sich dementsprechend auch verantwortlich, einen positiven Beitrag für den Stadtteil zu leisten. „Wir wollen Präsenz zeigen, um die positive Nutzung des Parks zu fördern“, betont Tobias. Insbesondere für die „Schanzenkids“ wollen sie eine Möglichkeit bieten, den Park in ihrem Viertel intensiver zu nutzen. Als ehemaliger Drogenhandelsplatz der Schanze steht der heute fast farbenfrohe Bunker mit der inzwischen gut ausgebauten Kletterwand als Bollwerk gegen Kriminalität und für ein lebendiges und freundliches Stadtviertel. Dazu trägt insbesondere die offene und sympathische Art der Kletterfreunde bei.

„Das Angebot soll finanziell niedrigschwellig sein, damit wir möglichst allen Kindern die Möglichkeit des Kletterns bieten können.“

Präsenz zeigt der Verein vor allem über sein Kernangebot, dem Kinderklettern. Kinder jeder Altersstufe, ob Mitglied oder nicht, haben dienstags, mittwochs und sonntags die Möglichkeit kostenfrei und unter Anleitung zu klettern. So treffen insbesondere sonntags, zum offenen Klettern, viele neue Kinder aufeinander, um erste Bewegungserfahrung an der Kletterwand zu sammeln und ihr Viertel einmal von oben zu betrachten. Alle Kinder bekommen die notwendige Ausrüstung gestellt, wodurch die Hürde der Teilnahme genommen werden soll. Wer regelmäßig klettern möchte, hat die Möglichkeit einer Mitgliedschaft, was zudem selbstständiges Klettern außerhalb der Gruppenzeiten ermöglicht – und das bei niedrigen Beiträgen. „Das Angebot soll finanziell niedrigschwellig sein, damit wir möglichst allen Kindern die Möglichkeit des Kletterns bieten können.“, stellt Johannes heraus.

 

Weiterhin sei Klettern eine wunderbare Möglichkeit, die Kinder von dem Leistungsdruck des Alltags zu befreien. Johannes leitet dienstags selbst eine Gruppe und schafft es in einer sichtlich zwanglosen Atmosphäre, die Neugierde und den Bewegungsdrang der Kinder positiv zu unterstützen.

 

Die Sommermonate sind für den Verein die optimale Zeit, neue Kinder für das Klettern zu begeistern, aber auch in den Wintermonaten fällt das gemeinschaftliche Klettern nicht aus. Während der kalten Jahreszeit nutzen sie Kletterhallen oder nahegelegene Schulen, die über eine Kletterwand verfügen. So gibt es rundum das Jahr für Kinder und Jugendliche die Möglichkeit der Begegnung und Bewegungserfahrung in der Vertikale.

Autor

Cedric Flege

Projekt

Kilimanschanzo e.V.

Ort: Hamburg

Thema: Stadtteilentwicklung

Gründung: 2000

Ansprechpartner: Johannes Boden

Vorsitzender

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