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KURZER EINWURF #3

Alle 14 Tage durch Jens Dreesen

Foto von Malcolm Lightbody auf Unsplash

Klappern gehört zum Handwerk

„Klappern gehört zum Handwerk“, sagt ein altes Sprichwort. Klingt einleuchtend und richtig. Warum machen wir es dann nicht?

Vor kurzem habe ich zwei größere Veranstaltungen besucht, die für SUPR SPORTS von besonderem Interesse sind. Zum einen war ich auf der SPOBIS Conference, Europas größter B2B-Veranstaltung im Sportbusiness, und zum anderen auf der 100xDigital Community Convention 2024, einem bundesweiten Vernetzungstreffen der Deutschen Stiftung Engagement und Ehrenamt (DSEE).

Die SPOBIS Conference zieht vor allem Personen aus dem Sportbusiness an: Agenturen, Proficlubs und Sportverbände. Ich selbst habe bis zur Gründung von SUPR SPORTS vor rund 8 Jahren viele Jahre in dieser Branche gearbeitet. Die Veranstaltung konzentriert sich auf den Aufbau und die Pflege von Geschäftsbeziehungen – Vertrieb und Marketing stehen im Mittelpunkt. Ja, Nachhaltigkeit und soziales Engagement spielen eine Rolle, aber der Business-Aspekt steht ganz klar im Vordergrund. 

Die 100xDigital Community Convention hingegen bringt Menschen und gemeinnützige Organisationen zusammen, die digitale Projekte umsetzen und von der DSEE gefördert werden. Das Spektrum reicht von kleinen lokalen Vereinen, die eine neue Website entwickeln, bis hin zu großen sozialen Einrichtungen, die ein CRM-System einführen. Die inhaltliche Klammer der jährlich stattfindenden DSEE-Veranstaltung bildet die Frage, wie Digitalisierung bei der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen helfen kann.

Ich erzähle euch das, weil ich eine interessante Beobachtung mit euch teilen will. Auf der SPOBIS Conference trifft man viele selbstbewusste Menschen, die leidenschaftlich über ihre Produkte sprechen – sei es eine neue App, eine coole Trendsportart oder ein innovatives Medienformat. Überall glitzert es und es werden gerne Selfies mit den Stars der Branche gemacht. Alles gut. Wie gesagt, ich war jahrelang in dieser Branche tätig. 

Auf der 100xDigital Community Convention war die Stimmung anders. Es war eher zurückhaltend und leise – eine Atmosphäre, die ich sehr schätze. Die Teilnehmenden nehmen Rücksicht aufeinander und gehen offen auf die anderen Besucher*innen zu. Es ist ein wertschätzendes Umfeld, das zum Austausch und Netzwerken einlädt.

Diese Erfahrung – insbesondere weil ich noch meinen Besuch bei der SPOBIS Conference im Hinterkopf hatte – hat mich nachdenklich gemacht. Warum sind wir, die wir an der Bewältigung zentraler gesellschaftlicher Herausforderungen arbeiten, so zurückhaltend? Warum sind wir so schweigsam und unsicher? Warum fällt es uns schwer, selbstbewusst aufzutreten?

Dabei haben wir so viel Grund, stolz auf uns und unsere Arbeit zu sein. Wir tragen zur Stärkung unserer Gesellschaft bei, die vor einer großen Bewährungsprobe steht. Wir kümmern uns leidenschaftlich um Menschen, die häufig nicht gesehen werden. Und wir machen das oft ohne gute Bezahlung und ohne große öffentliche Aufmerksamkeit.

Deshalb mein Appell an uns alle: Verstecken wir uns nicht länger. Treten wir selbstbewusster auf und klappern wir, was das Zeug hält. Unser „Handwerk” verdient mehr Wertschätzung und Aufmerksamkeit.


PS: “Klappern gehört zum Handwerk”. Kennt ihr dieses Sprichwort? Und wisst ihr, woher es kommt? Hier die Auflösung: Um auf sich aufmerksam zu machen, mussten Handwerker im Mittelalter sich und ihre Waren lautstark anpreisen. Das Klappern von Webstühlen, Mühlen, Maschinen und Gegenständen aller Art ist also bildlich für das laute Werben von Handwerkern und Händlern zu verstehen. Die Redewendung bedeutet also, dass Werbung zum Geschäft gehört, dass man seine Vorzüge öffentlich darstellen und auf sich aufmerksam machen muss.

Quelle: Handwerkszeitung


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